Wir trauern um Toni Flott

Toni Flott, unser ältestes Mitglied im Freundeskreis, war auch während ihrer Krankheit freundlich und zufrieden, ein froher Mensch, und immer noch engagiert für die Versöhnung. Vor einem Jahr habe ich sie befragt: „Wir arbeiten jetzt 28 Jahre zusammen. Was war denn in all den Jahren besonders wichtig für Sie?“

„Wenn Besucher kamen, Wiltrude oder Vera und Paul, waren sie wie alte Freunde, man ging freundlich und herzlich miteinander um, erzählte, was man in den letzten Jahren erlebt hatte und wie es so in der Familie ging, und es gab eigentlich nie Streit, wenn wir uns im Eichelgarten zum Kaffee trafen. Das hat mir gut getan. “

Toni Flott ist am 04.08.2017 im Kreise ihrer Familie im Alter von 89 Jahren gestorben. 

 

 

Rundbrief 2017 Materialien 0001

Die Karte ist von Ihrem Sohn Wolfgang gestaltet.                           Theisohn, 18. August 2017 

 

Scott Westheimer zu Besuch in Hassloch

Scott Westheimer ist zu einem privaten Besuch nach Hassloch gekommen. Er ist sehr an Familiengeschichte interessiert und sucht übers Internet und auch real nach Spuren der Familie Westheimer und deren angeheirateten Familien, z.B. Gebhardt aus Haßloch und Hene aus Haßloch. Auf dem jüdischen Friedhof in Haßloch findet man keine Grabsteine mit dem Namen Westheimer, aber der Name Gebhardt und Hene ist natürlich häufig vertreten. Scott Westheimer ist ein direkter Nachkomme von Salomon Gebhardt (1812-1881), Cigarrenhändler aus der Pfarrgasse 16. Dessen Tochter Karolina Gebhardt heiratete 1882 Salomon Westheimer in Haßloch. Karolina Gebhardt-Westheimer (1858-1890) starb schon mit 30 Jahren und hinterließ 4 Kinder.  Aus der 2. Ehe von Salomon Westheimer mit Auguste Hallgarten entstammt Eugen Westheimer (1895-1974), der Großvater von Scott Westheimer. Auch Eugen Westheimer heiratete eine Haßlocherin, Amalia (Malchen) Hene (1891-1981), die Tochter von Joseph Hene, Langgasse 150. Er hat also eine Haßlocher Großmutter.

 

 

Scott Westheimer hier am Grabstein von Salomon Gebhardt, seines Ur-ur-ur-Großvaters. Die Inschrift ist inzwischen völlig weggewaschen. Daneben hat Werner Loeb eine Tafel für seinen Urgroßvater Lazarus Loeb angebracht.

Scott Westheimer ist Präsident der Rayben Technologies International, Inc., eines amerikanisch-chinesischen Unternehmens, das LEDs produziert.

Theisohn, 30.01.2017

 

Besuch aus Jerusalem

Das "Bündnis für Vielfalt und gegen Rassismus" in Iggelheim hat Mitte Juli eine Stolperstein-Aktion mit Gunter Demnig durchgeführt. Aus Jerusalem kamen aus diesem Anlass 16 Angehörige der Familie Blum, einer alteingesessenen jüdischen Familie von Iggelheim. Da die Iggelheimer Juden auf dem Haßlocher Friedhof beerdigt wurden, findet man dort auch Gräber der Familie Blum. Die Jerusalemer Blums haben an den Grabsteinen von Helene Blum und Sara Blum eine durchsichtige Schrifttafel angebracht, da die Schrift auf den Grabsteinen immer mehr verschwindet. Natürlich haben sie auch Gedenksteine auf den Grabstein gelegt.

 

 JFHass Nr 372Sara Blum

JFHass_Nr. 170: Helene Blum geb. Fischer (1879-1921) und JFHass_Nr. 372 Sara Blum geb. Mayer (1849-1924),
beide aus Iggelheim

Hanna Blum-Wertheim und Meir Blum waren bereits im Oktober 2013 in Haßloch und haben den jüdischen Friedhof besucht. (s. unten)

Theisohn, 30.07.2015

 

 

 

Wiltrude Hene-Lavelle in Los Angeles verstorben

Vielleicht hat sie bei ihrer letzten Rundreise ganz bewusst Abschied genommen von ihren Freunden in Deutschland, in Europa. Im Frühjahr 2014 hatte sie ihr Appartement in Marbella verkauft. Im Juni (?) war sie noch ein paar Tage bei Freunden in Freiburg und wollte auch noch Bekannte aus Eichstetten am Kaiserstuhl treffen, wo sie vor der Deportation nach Gurs einige Zeit gewohnt hatte. Sie hatte auch erwogen, von Freiburg aus noch einmal nach Haßloch zu kommen. Statt dessen ist mit dem Zug nach Paris gefahren, um alte Freunde zu treffen, von dort hat sie angerufen.  Von Paris aus ist sie zu ihrer Tochter nach Los Angeles geflogen ist, wo sie ihren Lebensabend verbringen wollte. Es blieb ihr nicht mehr viel Zeit  in der neuen Heimat. 

Wiltrude starb am 23.11.2014 in Los Angeles an Krebs. Nach einem schweren Schicksal, einem Leben mit vielen Schwierigkeiten und Brüchen, war ihr nicht einmal ein leichter Tod vergönnt. 

 

Wiltrude Hene-Lavelle, Jahrgang 1927, war die Enkelin von Joseph und Rosa Hene und die Tochter von Sigmund und Flora Hene, wohnhaft Langgasse 150. Wiltrude war die älteste Tochter und hatte noch vier Geschwister: Karl Erwin, Sonja, Vera und Harry. Der Vater Sigmund ist in Buchenwald umgekommen, die Mutter Flora und die Schwester Sonja sind in Auschwitz ermordet worden. Auch Wiltrudes Onkel Isidor Hene und seine Frau Johanna sind in Auschwitz gestorben.

Wiltrude selbst hat den Holocaust überlebt, hat aber viel erdulden müssen. Sie musste 1935, als der Vater Sigmund verhaftet worden war,  mit ihrer Mutter und ihren Geschwister Haßloch verlassen und ist nach Eichstetten am Kaiserstuhl gezogen. Sie wurde 1940 mit ihrer Mutter und ihrem Bruder Harry deportiert und war in Gurs interniert, später kam sie in Chambon sur Lignon im Waisenhaus von André Trocmé unter und hat die schwere Zeit ohne Eltern und Geschwister durchstehen müssen. 

Als sie 1988 zum Heimattreffen nach Haßloch gekommen ist, hat sie mir gesagt, dass sie eigentlich nie wieder nach Deutschland habe kommen wollen. Man hat ihr auch angemerkt, dass sie das Kapitel Deutschland – Vertreibung, Gurs, Tod der Eltern, das eigene schwere Schicksal – emotional noch nicht abgeschlossen hatte. 

Wir sind froh, dass sie damals nach Haßloch gekommen ist, und auch später mehrmals zu Besuch kam. Ihr letzter Besuch war am 7. und 8. Juli 2013.  Vielleicht könnte man sogar sagen, dass sie sich ausgesöhnt hatte. Wir werden sie im Gedächtnis behalten.

 

Theisohn, 24.12.2014

 

 

8. Juli 2013 auf dem Rathausplatz in Haßloch bei Wiltrudes letztem Besuch:

Anna Holz, Wiltrude Hene-Lavelle, Toni Flott, Marga Postel, Ursula Kügele (Freiburg)

 

Scott Westheimer zu Besuch

Scott Westheimer aus North Carolina war zu einem eher privaten Besuch in Haßloch und nur für ein paar Stunden. Er ist auf Spurensuche nach der Familie seines Großvaters Eugen Westheimer verheiratet mit Amalia Hene (Langgasse 150) und seines Urgroßvaters Salomon Westheimer verheiratet mit Karolina Gebhardt (Pfarrgasse 16). Er arbeitet zur Zeit an einem Familienstammbaum und sammelt Informatiionen, Bilder und Dokumente. So gab es eine richtige Arbeitssitzung bei Dr. Johannes Theisohn und noch ein bisschen mehr. In Haßloch fühle er sehr wohl. Im nächste März oder April wird er mit seiner Frau ganz offiziell nach Haßloch kommen. Dann wird ihn der Bürgermeister sicher offiziell empfangen und der Freundeskreis jüdische Mitbürger wird ihn betreuen, wie er alle Nachkommen der früheren jüdischen Familien aus Haßloch betreut. NB: Scott wusste auch nicht, wo das Haus steht, in der die Familie Westheimer mit ihren sieben Kindern gewohnt hat.

 

 

 

 18. Oktober 2013

Überraschender Besuch aus Jerusalem

Nachkommen der Familie Blum besuchen mit dem Iggelheimer Freundeskreis den jüdischen Friedhof in Haßloch

Frau Wertheim geb. Blum und ihr Bruder, Herr Blum, waren sehr erfreut, dass sie die Gräber ihrer Vorfahren auf dem jüdischen Friedhof besuchen konnten. Die Grabsteine von Helene Blum geb. Fischer (18979-1921) und Sara Blum geb. Mayer (1849-1924) waren nicht leicht zu finden, weil die Grabsteine doch sehr verwittert sind und die Schrift kaum mehr zu lesen ist. Frau Wertheim und Herr Blum wollen auf jeden Fall, dass die Grabsteine ihrer Vorfahren erhalten bleiben und die Namen mit den wichtigsten Daten lesbar sind. Einige Mitglieder der Familie Blum wurden nach Gurs deportiert und sind später in Auschwitz umgekommen.

Zu den Bildern:

Links: Frau Wertheim und Herr Blum am Grabstein von Helene Blum, rechts: am Grabstein von Sara Blum, unten: mit dem Iggelheimer Freundeskreis am Eingang des jüsichen Friedhofs in Haßloch

 

 

 

 

 

 

 20. Juni 2013

Wiltrude kommt nach Deutschland

Wie Wiltrude Lavelle geb. Hene telefonisch mitgeteilt hat, wird sie noch im Juni nach Deutschland kommen. Sie ist eingeladen nach Breisach (Blaues Haus) und wird vom 22. bis 27. Juni 2013 an mehreren Veranstaltungen teilnehmen. Ob sie auch noch nach Haßloch kommt, ist noch unklar. Wir lassen uns überraschen. Das Bild zeigt Wiltrude bei ihrem Besuch 2003 in Haßloch, hier mit Toni Flott. (Theisohn)

 

 

 

16. März 2013 

 

 

 

Entwurf für die Gestaltung einer Erinnerungswand im Kulturviereck.

Man kann den Entwurf beliebig erweitern und ergänzen, je nach Platz und verfügbaren Bildern. Auch im Querformat ist die Erinnerungswand möglich.